Peter A. Bruck

Peter A. Bruck (* 8. Oktober 1950 in Wien) ist ein österreichischer Kommunikationswissenschaftler und Jurist. Er ist wissenschaftlicher Gesamtleiter und Geschäftsführer der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH (RSA FG). Im Jahr 2012 gründete er das Spin-Off-Unternehmen KnowledgeFox GmbH und ist seitdem dessen CEO. Im International Center for New Media in Salzburg erfüllt Bruck die Funktion des ehrenamtlichen Präsidenten. Er ist weiter Chairman of the Board of the European Academy of Digital Media-EADiM, Niederlande, und Chairman of the Board of Directors of the World Summit Award im Rahmen des United Nations process of the World Summit on the Information Society (WSIS).

Peter A. Bruck studierte Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wien und beendete dieses als Dr. jur. Als Fulbright Scholar absolvierte Bruck als Master of Arts in Soziologie an der University of Iowa, USA. Graduate Studies and Humanities Fellow mit einem Abschluss als PH.D in Communication an der McGill University, Montreal bilden den Abschluss der universitären Ausbildung.
Von 1982 bis 1992 arbeitete Bruck als Professor of Journalism and Communication an der Carleton University in Ottawa, Kanada. Ebendort war Bruck auch Director of the Centre for Communication, Culture and Society, Faculties of Arts and Social Sciences. Von 1990 bis 1995 war Bruck als Professor auf Zeit in Publizistik- und Kommunikationswissenschaft an der Universität Salzburg, 1994 – 1998 Direktor des Institut für Informationsökonomie und Neue Medien. 1995–1997 war Bruck Gründender akademischer Direktor der FH Salzburg (ehem. Techno-Z Fachhochschule), wie auch Gründer und Wissenschaftlicher Leiter der Techno-Z FH Forschung- & Entwicklungsgesellschaft (ab 2000 Salzburg Research Forschungsgesellschaft).
Bruck ist zurzeit Honorarprofessor für Informationsökonomie und neue Technologien am Institut für Wirtschaftswissenschaften, Universität Salzburg und Adjunct Research Professor in Communications, an der Carleton University.
Bruck arbeitete als Leiter der Business Unit Interaktive Medien der Jet2Web Internet Services GmbH im Unternehmensverbund der Telekom Austria AG und Chief Content Officer der Telekom Austria von 2001 bis 2002. Von 2002 bis 2008 Gesamtleiter der Research Studios Austria in der Unternehmensgruppe der Austrian Research Centers GmbH – ARC. Seit deren Ausgliederung im April 2008 ist Bruck Geschäftsführer und wissenschaftlicher Gesamtleiter der Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH.
Bruck ist der Initiator des österreichischen Staatspreises für Multimedia und eBusiness (seit 1997) sowie der Leiter des EUROPRIX Multimedia Awards (seit 1998), des europäischen Wettbewerbs für die besten Multimediainhalte. Bruck war Vorsitzender des Europaratausschusses für die Medienvielfalt in Europa (2002 bis 2007) und Mitglied des höchsten Beratungsgremiums der Vereinten Nationen für Informations- und Kommunikationstechnologien (UN ICT Task Force) in New York, sowie der UN Global Alliance for ICT and Development (seit 2006).
Die Forschungsinteressen von Peter A. Bruck konzentrieren sich auf die Entwicklung der neuen Kommunikationstechnologien und Informationsstrukturen und die dadurch bedingten Veränderungen in Geschäftsprozessen, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Einen Schwerpunkt bildet derzeit die Forschung im Bereich Mikrolernen, mobiles Lernen im Kontext digitaler Medien, Return on Investment in Education sowie Microlearning & Gamification.
Peter A. Bruck veröffentlichte und redigierte zahlreiche Bücher, Forschungsberichte und wissenschaftliche Publikationen sowie Fachartikel auf den Gebieten der Kommunikation und der Neue Medien, Medien- und Informationenwirtschaft, Nachrichtentechnikentwicklung, kulturelle Studien und im Bereich Soziologie. Er ist Herausgeber der Buchreihe für wissenschaftliche Monographien: Smart Media and Applications Research beim Deutschen Universitäts-Verlag.

Freie-Partie-Europameisterschaft

• Clement van Hassel Belgien (1951-53, 1956) • Jos Vervest Belgien (1954-55, 1957-58)
Die Freie-Partie-Europameisterschaft wird seit 1950 in der Carambolagevariante Freie Partie ausgetragen. In der Regel findet sie einmal jährlich statt. Seit 2000 wurde jedoch keine EM mehr ausgerichtet, sodass davon auszugehen ist, dass dies die letzte war. Ausgerichtet wird sie vom europäischen Carambolagebillard-Verband CEB (Confédération Européenne de Billard).
Im Gegensatz zur Freie-Partie-Weltmeisterschaft wurde das Turnier in Europa noch relativ oft (29×) ausgetragen. Aber auch bei den Junioren wird mindestens Cadre gespielt, weil die Freie Partie als zu einfach angesehen wird, um in der Disziplin weiterhin Europameisterschaften auszurichten.
Durch die Verbesserung der Billardtische im Laufe der Jahre war es für die besten Billardspieler der Welt nicht mehr so schwierig, die Bälle zu kontrollieren. Somit waren die Freie-Partie-Turniere nur noch sogenannte Amerika-Serien. Hierbei spielt man die Bälle in einer bestimmten Position in die Nähe einer Bande und erzielte danach rund um den Tisch große Serien. Somit beendeten sehr viele Akteure die Partien schon in ihrer ersten Aufnahme.
Von 1950 bis 1980 wurde bis 500 Points gespielt. 1986 und ab 1995 wurde die Partiedistanz auf 400 Points reduziert. Dazwischen wurde die Europameisterschaften im nicht sehr geliebten Satzsystem mit Distanzen von 100 oder 150 Points pro Satz ausgetragen.
Der erste Europäer, der eine Partie bis 500 Points in einer Aufnahme beendete, war der Spanier Raymundo Vives bei der Weltmeisterschaft 1929 in Kairo. Es folgten eine Vielzahl von Akteuren, denen dies ebenfalls gelang (bei kürzeren Distanzen später natürlich ebenfalls).
Den besten Generaldurchschnitt (GD) bei einer Freie-Partie-Europameisterschaft erzielte der Niederländer Piet Adrichem 1995 in Wien mit 250,20 bei einer Distanz von 400 Points. Innerhalb eines Fünfkampfes schaffte der Niederländer Henk Scholte 1965 in Antwerpen einen GD von 375,00 bei einer Distanz von 500 Points. Der Deutsche Dieter Müller beendete bei der Fünfkampf-Europameisterschaft 1978 in Moyeuvre-Grande bei einer Distanz bis 250 Points alle sieben Partien in einer Aufnahme und spielte somit einen GD von 250,00. Die höchste Serie in der Freien Partie erzielte Henk Scholte mit 2.500 Points (prolongiert) 1965 in Antwerpen.
Der GD gibt den Generaldurchschnitt des jeweiligen Spielers während des Turniers an.
*11957 wurden von den konkurrierenden und zerstrittenen Verbänden Union Internationale des Fédérations d’Amateurs de Billard (UIFAB) und Fédération Internationale de Billard (FIB) zwei Europameisterschaften ausgetragen. Da die Spieler nur jeweils einem Verband angehören konnten, war das Teilnehmerfeld der jeweiligen Europameisterschaft sehr unterschiedlich.
Freie Partie • Cadre 47/1 • Cadre 47/2 • Cadre 71/2 • Einband • Dreiband • Dreiband (Damen) • Dreiband (Junioren) • Dreiband (Nationalmannschaften) • Fünfkampf • Billard Artistique • 5-Kegel-Billard
Freie Partie • Cadre 47/1 • Cadre 47/2 • Cadre 71/2 • Einband • Dreiband • Dreiband (Damen) • Dreiband (Junioren) • Dreiband (Nationalmannschaften) • Fünfkampf • Billard Artistique
AGIPI Billard Masters • ANAG Billard Cup • Coupe d’Europe • Crystal Kelly Turnier • Dreiband-Weltcup • Lausanne Billard Masters • Verhoeven Open (vorm. Sang Lee International Open)
Asienspiele • Asian Indoor & Martial Arts Games • Südostasienspiele • World Games
Portal:Billard

Franziska Nietzsche

Franziska Nietzsche (geboren am 2. Februar 1826 als Franziska Ernestine Rosaura Oehler in Pobles, Sachsen-Anhalt; gestorben am 20. April 1897 in Naumburg) war eine deutsche Pfarrerstochter und -gattin sowie die Mutter Friedrich Nietzsches.
Ihre Eltern waren der lutherische Pfarrer David Ernst Oehler und Johanna Elisabeth Wilhelmine Oehler, geborene Hahn; sie wuchs mit zahlreichen Geschwistern auf. 1843 lernte Franziska den Pfarrer der Nachbargemeinde Röcken, Carl Ludwig Nietzsche kennen. Am 10. Oktober 1843 heiratete sie ihn; das Paar hatte die zunächst Sohn Friedrich Wilhelm sowie dann die Tochter Elisabeth. Der zweite Sohn, Karl Ludwig Joseph, wurde 1848 geboren. Bereits 1849 starb der Ehemann Carl Ludwig jedoch nach mehrmonatiger Krankheit, gefolgt vom dritten Kind Karl 1850.
Die dominante Schwiegermutter Erdmuthe Dorothea Nietzsche (geborene Krause) und die zwei Schwestern Carl Ludwigs, Auguste und Rosalie, dominierten in den Folgejahren die Erziehung der zwei verbliebenen Kinder im gemeinsamen Haushalt in Naumburg, bis sich Franziska Nietzsche nach dem Tod der Schwiegermutter 1856 lossagte und einen eigenen Hausstand gründete. Nach dem Tod des Vaters waren sie und die Schwester Elisabeth die engsten dauerhaften Bezugspersonen Friedrich Nietzsches.
Selbst eine strenggläubige Christin, war sie sehr enttäuscht, dass ihr Sohn das Theologiestudium 1865 nach nur einem Semester abbrach und sich auf die Philologie und Philosophie konzentrierte. Bei Zusammentreffen von ihr mit dem Sohn sollen beide das Thema von Nietzsches Schriften vermieden haben; sie aus Liebe zum „Herzenssohn“, er aus Respekt vor ihrem Glauben. 1882 kam es erneut zu einem Bruch zwischen Sohn und Mutter, als Elisabeth von der von ihr als skandalös empfundenen Beziehung zwischen Friedrich, Paul Rée und Lou von Salomé berichtete. Friedrich wiederum war empört, dass seine Familie sich hier einmischte.
Als Friedrich Nietzsche nach 1889 dauerhafter Pflege bedurfte, kümmerte sich zunächst seine Mutter wieder um ihn; sie nahm seine geistige Umnachtung als göttliche Fügung hin. Dabei machte sie Bekanntschaft mit dessen Freund Franz Overbeck, mit dem sie viel korrespondierte. Erst nach ihrem Tod 1897 erlangte Friedrichs Schwester Elisabeth die von ihr angestrebte Verfügungsgewalt über das Werk Nietzsches und steht auch im Verdacht, die unveröffentlichte und nie beendete Autobiographie Franziskas verfälscht zu haben.

Ensemble Phorminx

Das Ensemble Phorminx wurde 1988 von Musikern und Komponisten in Darmstadt gegründet. Ausgangspunkt war die Idee einer unmittelbaren und langfristigen Kooperation zwischen Interpreten und Komponisten.
Werke der Neuen Musik werden von dem Ensemble fast ausnahmslos in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Komponisten erarbeitet und aufgeführt. Über 80 Kompositionen sind inzwischen für Phorminx entstanden und uraufgeführt worden. Eine wichtige Aufgabe sieht das Ensemble ferner im Aufbau eines breiten, stetig sich entwickelnden Repertoires. Neue Wege der Vermittlung, das Heranführen junger Menschen an die oft schwierige Materie der Neuen Musik ist den Musikern des Ensembles ein wichtiges Anliegen. Dafür wurde das Ensemble 2011 mit dem Darmstädter Musikpreis ausgezeichnet.

Internationale Ferienkurse Darmstadt und Frankfurt Feste, Konzerte im In- und Ausland, Zusammenarbeit mit der Kammeroper Frankfurt (zeitgenössisches Musiktheater), Rundfunkproduktionen, (Südwestrundfunk, Hessischer Rundfunk, Bayerischer Rundfunk, SFB), sowie Konzertmitschnitte dokumentieren die künstlerische Arbeit von Phorminx. Anlässlich des 250. Geburtstags Johann Wolfgang von Goethes konzipierte das Ensemble in Verbindung mit dem Siemens-Kulturprogramm ein Projekt, mit dem es im August 1999 beim Schleswig-Holstein Musik Festival debütierte.
Angelika Bender (Flöte), Thomas Löffler (Klarinette), Carola Schlüter (Sopran), Mariette Leners (Violine), Wolfgang Lessing (Violoncello), Andreas Sommer (Klavier), Bernd Mallasch (Schlagzeug), Helmut Oesterreich (Gitarre )
Hartmut Andres, Volker Blumenthaler, Jörg Birkenkötter, Konrad Boehmer, Giovanni Bonato, Achim Bornhöft, Dieter Buwen, Dietrich Boekle, Alois Bröder, Roberto Carnevale, André Cezanne, Sidney Corbett, Gerald Eckert, Hans Ulrich Engelmann, Johannes Fritsch, Stefan Hakenberg, Keiko Harada, Franz Jochen Herfert, Adriana Hölszky, Nicolaus A. Huber, Jan Kopp, Hubert Machnik, Dario Maggi, Cord Meijering, Olga Neuwirth, Karola Obermüller, Christoph Reimann, Rainer Pezolt, Michael Quell, Younghi Pagh-Paan, Valerio Sannicandro, Burkhard Söll, Andreas Sorg, Stefan Streich, Annette Schluenz, Benjamin Schweitzer, Ernstalbrecht Stiebler, Hans Thomalla, Toni Voelker, Jörg Widmann, u. a.

Johannes Rhenanus

Johannes Rhenanus (* etwa 1528 in Melsungen; † 29. April 1589 in Allendorf in den Sooden; eigentlich Johann Rheinlandt) war ein deutscher Salinist, Theologe, Alchemist, Drucker und Autor.

Johannes Rhenanus studierte ab 1548 Theologie in Marburg, 1553 wurde er durch Adam Krafft, den Reformator Hessens, ordiniert. In den Jahren 1553 und 1554 war er zunächst als Zweitpfarrer seiner Heimatstadt tätig, zu Pfingsten 1555 versetzte ihn Landgraf Philipp I. nach Allendorf in den Soden. Mittlerweile nannte er sich nicht mehr Rheinland, sondern latinisierte seinen Namen (ganz nach der Sitte damaliger Gelehrter) in Johannes Rhenanus.
1566 heiratete er Catharina Braun († 1586), die Tochter des Melsunger Rentschreibers Jost Braun, mit der er fünf Kinder zeugte. In zweiter Ehe war er mit Catharina Schott, geb. von Löwenstein, verheiratet.
Er sollte nicht mit Johannes Rhenanus, seinem Enkel, verwechselt werden, der Arzt beim Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel war, 1610 in Marburg bei Johannes Hartmann promoviert wurde und im 17. Jahrhundert Autor und Herausgeber alchemistischer Texte war. Er war der Sohn von Dr. Martin Rhenanus und war in Kassel geboren.
Obwohl sein neuer Dienstort Allendorf in den Soden bereits mehrere hundert Jahre lang von der Salzgewinnung lebte, das aus dortigen Solequellen gesiedet wurde, steckte die Saline jedoch in einer Krise. Obwohl immer mehr Salz benötigt wurde, ließ sich die Produktion nicht einfach steigern, da die Siedehütten in einem schlechten Zustand und die Wälder, die das Feuerholz lieferten, verwüstet waren. Auf der anderen Seite hatte die Pfännerschaft Interesse daran, die ohnehin hohen Salzpreise noch weiter in die Höhe zu treiben, und deshalb eine neue Soleader verheimlicht. Um die Lage zu verbessern, ließ Philipp I. dort 43 neue Siedehütten mit je einer Pfanne bauen, die nun 42 Pfannen der Pfännerschaft gegenüberstanden. Weil sich die Zusammenarbeit zwischen staatlichen und privaten Siedehütten als schwierig gestaltete und eine einheitliche Festsetzung der Salzpreise unmöglich war, pachtete Philipp I. im Jahr 1540 per Edikt auch die Pfannen der Pfänner und deren Wald. Unter landgräflicher Aufsicht warf die Saline nach wenigen Jahren wieder Gewinn ab.
In Rhenanus fand Philipp I. nun einen fähigen Mann, um die Saline weiter zu fördern und neue Produktionsmethoden einzuführen. 1559 ernannte er ihn zum Salzgreben und betraute ihn gegen den Widerstand der Pfännerschaft zunächst mit der Aufsicht über die wichtige Holzwirtschaft. Im Jahre 1561 erhielt er auch die Mitaufsicht über das Salzwerk, um die veraltetem Arbeitsweisen mit Nachdruck zu verbessern. Rhenanus wurde eine eigene Siedehütte zum Experimentieren eingerichtet, in der er 140 Pfannen Salz pro Jahr sieden konnte, während in den Hütten mit herkömmlicher Produktionsmethode in der gleichen Zeit nur 90 bis 95 Pfannen schafften.
Bereits Philipp I. hatte die Idee dazu, aber erst sein Nachfolger, Landgraf Wilhelm IV., befahl Rhenanus, seine Kenntnisse über die Salzgewinnung niederzuschreiben. Der Landgraf musste allerdings Rhenanus und dessen Ko-Autor und Mitsalzgreben Christoph Homberg ermahnen, die Arbeiten daran nicht zugunsten von Ausschweifungen aufzugeben: „Dann, wen Du und der Pfarherr soltet abgehen, wie Ir dan beide Saufens halben auch nitt wenig krenket und ewer Leben schwecht, so wehr itzo kein Mensch nicht mehr, der des Saltzwercks Ankunft oder Gelegenheit wüste.“ Nichtsdestoweniger schickte der Landgraf gelegentlich ein Weinfass aus dem Hofkeller nach Soden.
Nach knapp 20-jähriger Arbeit war das „New Saltzbuch“ (heute „Salzbibel“ genannt) fertig. Das Werk umfasst 2000 Seiten in fünf Büchern, mit vier Anhängen und einige Miszellen. Das Original befindet sich in der Bibliothek des Bergamtes in Clausthal-Zellerfeld, eine zeitgenössische Abschrift in der Bibliothek der Universität Kassel. Auch im Salzmuseum in Bad Sooden-Allendorf ist eine Abschrift ausgestellt.
Um das Problem der Energieknappheit nach der Abholzung der Wälder in der Umgebung zu lösen, experimentierte Rhenanus ab 1563 mit Braunkohle, die wenige Jahre zuvor auf dem nahen Meißner entdeckt worden war. Höhere Flammentemperaturen konnte er nutzen, als er die Siedepfannen, die bislang über offenem Feuer gehangen hatten, nun auf einen Rost auf Backsteinen setzte. 1575 erlaubte ihm Wilhelm IV., einen Stollen in den Schwalbental genannten Hang des Hohen Meißners zu treiben, um die Kohlevorkommen weiter zu erforschen. Finanziert aus den Erlösen der Saline Soden, entstand dort Deutschlands erstes Braunkohlebergwerk.
Trotz erster Erfolge mit der Braunkohlefeuerung war Rhenanus nicht zufrieden. Die Braunkohle brannte schlechter als die Holzkohle, deren Technologie besser bekannt war, so dass Wilhelm IV. auf Beschwerden der Pfännerschaft reagierte und Rhenanus mit Gehaltskürzungen drohte. Dieser war jedoch so von seinen Ideen überzeugt, dass er dem Landgrafen antwortete, er werde für die weiteren Experimente selbst aufkommen. In der Tat gelang es ihm, die Brenntemperatur der Kohle weiter zu erhöhen, indem er einen Kamin auf seinen Herd setzte. Diese Erfindung ging als „Allendorfer Windofen“ in die Geschichte ein. Zusätzlich nutzte er die Hitze der Abgase im Schornstein dazu, das Salz zu trocknen, das zu Verhinderung von Gewichtsverfälschungen nur in trockenem Zustand verkauft werden durfte. Durch die Kohlefeuerung stieg die Produktionsleistung der Saline in kurzer Zeit um mehr als 20 % und bald begannen auch andere Salinen damit, ihre Pfannen mit Kohle zu befeuern.
Seit 1560 arbeitete Rhenanus auch an der Verbesserung der Rosskunst, der Technik, mit der die Sole aus der Erde gefördert wurde. Er erkannte die Mängel des Göpelwerks, einer Förderanlage, die von zwei Pferden angetrieben wurde, und entwickelte ein eigenes Pumpwerk, das auch an anderen Orten noch jahrhundertelang im Gebrauch war.
Nach den Erfolgen in Soden versuchte man auch in anderen Industriezweigen, beispielsweise in Glashütten, die Braunkohlefeuerung einzuführen. Dies war jedoch nur mit entschwefelter Kohle möglich. So war Rhenanus auch bei der Entwicklung der Verkokung von Braunkohle beteiligt. Damit war auch das Brennen von Kalk und das Schmelzen von Kupfer möglich. Auch andere energieaufwändige Industrien konnten jetzt auf Braunkohlefeuerung umgestellt werden. Durch den Ersatz von nachwachsenden durch fossile Energieträger nahm Rhenanus ein Element der industriellen Revolution voraus.
Als Spezialist für Technologie genoss er solchen Ruf, dass er von auswärtigen Fürsten um Gutachten gebeten wurde. Ab 1567 machte er zahlreiche Reisen, unter anderem nach Braunschweig, Lüneburg, Thüringen und Sachsen. 1584 gestattete ihm sein Landesherr eine mehrmonatige Reise nach Pommern, wo er eine neue Salzader untersuchen sollte. Er besichtigte zahlreiche Salinen, Eisenerzhütten und Hammerwerke, und verfasste auch eine Reisebeschreibung, die sich erhalten hat.
In begrenztem Umfang ist Rhenanus auch als Drucker hervorgetreten. Die VD16-Datenbank verzeichnet zwei Hochzeitsgedichte, die er 1553 in Marburg druckte.
Nachdem Rhenanus 1589 schwer erkrankt war, schickte er ein leeres Weinfass an Wilhelm IV. und bat, man möge ihm dieses mit dem guten Tröpfchen aus dem Hofkeller füllen – es werde wohl der letzte Wein sein, den er trinken würde. Kurz darauf starb er und wurde in der St. Marien-Kirche zu Sooden begraben.
Rhenanus hinterließ Schulden von 993 Gulden, was drei Jahresgehältern entsprach. Der Landgraf zeigte sich großzügig und beglich die Außenstände. Rhenanus‘ Sohn Martin wurde Doktor der Medizin und praktizierte als solcher in der Nachbarstadt Eschwege. Sein gleichnamiger Enkel, Johannes Rhenanus, wie sein Großvater auch ein Alchemist, wurde Leibarzt des Landgrafen Moritz des Gelehrten.
In Bad Sooden-Allendorf gibt es nicht nur eine Rhenanus-Schule, sondern auch einen Rhenanusplatz, eine Rhenanus-Klinik und das Rhenanushaus (Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde St. Marien). Alljährlich zum Brunnenfest wird Rhenanus von einem entsprechend kostümierten Pfarrer neben dem Bürgermeister, der den Landgrafen darstellt, verkörpert.
Ein Porträt von Rhenanus ist bislang nicht bekannt geworden.

Extended Copy Protection

Extended Copy Protection (XCP) ist ein Kopierschutz des Unternehmens First4Internet, der unter anderem von Sony BMG auf Musik-CDs eingesetzt wurde.
Der Kopierschutz soll das Anfertigen nicht rechtmäßiger Kopien von Musik-CDs erschweren (Digital Rights Management). Der Nutzer muss, um die auf der CD enthaltene Musik auf dem Computer abspielen zu können, ein auf der CD enthaltenes Abspielprogramm installieren. In die Kritik gerieten Sony und der Kopierschutz Anfang November 2005, da die Software bei der Installation, ohne den Nutzer zu informieren (EULA), ein Rootkit auf Windows-PCs installiert.

Das Rootkit überwacht, ob laufende Programme in einer schwarzen Liste von Kopierprogrammen enthalten sind, und verweigert diesen mittels eines Filter-Treibers den Zugriff auf das CD-Laufwerk und verhindert so Kopien der geschützten CD. Weiterhin versteckt das Rootkit sämtliche Dateien und Ordner, deren Name mit $sys$ beginnt, unabhängig davon, ob es sich dabei um fremde Programme handelt oder nicht. Dieses Vorgehen birgt die Gefahr, dass sich andere Schadsoftware mit Hilfe von Sonys Rootkit vor Viren- und Malwarescannern verbergen kann, was auch tatsächlich geschehen ist. Ein Beispiel dafür ist das Trojanische Pferd Backdoor.IRC.Snyd.A.
Weiterhin wurde aufgedeckt, dass der von Sony verwendete Treiber unsauber programmiert ist und so bei Fehlern zu Datenverlust führen oder Windows unbrauchbar machen kann.
Andere Betriebssysteme wie Linux oder FreeBSD sind nicht betroffen. Diese spielen die geschützten CDs wie normale CDs ab. Es ist auf anderen Betriebssystemen als Windows auch nicht üblich, dass Programme, die sich auf CDs befinden, automatisch gestartet werden.
XCP gilt als sehr schlechter Kopierschutz. So schaltet ihn ein kleiner Streifen Isolierband (undurchsichtig) bereits aus. Audio-CDs mit Kopierschutz bestehen im Normalfall aus zwei Teilen, einem Audio-Teil und einem Daten-Teil. Die Software befindet sich auf der CD in den äußeren Bereichen. Durch ein Stück Isolierband in der Größe eines Fingernagels wird dieser Bereich unlesbar. Das PC-Laufwerk kann diese Sektion nicht mehr erkennen, die Audio-Spuren sind nun wie die einer nicht kopiergeschützten CD auslesbar.
Nachdem Sony BMG zunächst behauptet hatte, es handle sich bei dem Rootkit weder um Mal- noch Spyware, wurde schließlich doch ein sogenanntes Deinstallationsprogramm bereitgestellt, das den Kopierschutz von Windows-PCs entfernen sollte. Um an das Deinstallationsprogramm zu gelangen, mussten sich Nutzer jedoch zuerst auf der Webseite von Sony registrieren. Eine Analyse des Programms ergab, dass dieses zwar die Funktion zum Verstecken von Dateien und Ordnern mit $sys$ im Namen entfernt, den Kopierschutz aber bestehen lässt. Tatsächlich werden die Programmdateien sogar durch neuere ersetzt. Im weiteren Verlauf stellte sich außerdem heraus, dass die Software beim Abspielen von Liedern eine Webseite kontaktiert und Daten wie die Album-ID übermittelt. Aus den Daten „Uhrzeit“, „IP-Adresse“ und „Album-ID“ wäre es Sony dadurch möglich, Nutzerprofile zu erstellen.
Nachdem Sony anfangs zugesichert hatte, der Kopierschutz werde in Deutschland zur Zeit nicht eingesetzt, zog Sony ihn aufgrund der heftigen Kritik zurück und rief alle noch nicht verkauften CDs mit XCP zurück.
Eine Sammelklage der Electronic Frontier Foundation gegen Sony BMG wurde gegen die Verpflichtung von Sony beigelegt, 7,50 US-Dollar je zurückgegebener CD zu zahlen und einen Code für einen kostenlosen Download zur Verfügung zu stellen.
Berichten zufolge begingen Sony und das damalige Unternehmen First4Internet (jetzt Fortium Technologies), der Eigentümer von XCP, mit der durch Sony erfolgten Distribution von CDs mit XCP auch einige Urheberrechtsverletzungen im Rahmen der Verwendung von Teilen von freier Software, die unter der GPL bzw. der LGPL stehen.
Die Experten Sebastian Porst und Matti Nikki sowie andere Programmierer haben Beweise dafür veröffentlicht, dass in XCP Teile des LAME-MP3-Encoders, von mpglib, FAAC, id3lib (ID3-Tags), mpg123 und dem VLC media player enthalten sind. All diese Teile stehen unter Lizenzen, deren Anforderungen von Sony nicht erfüllt wurden.

Daniel Gooch

Sir Daniel Gooch, 1. Baronet (* 24. August 1816 in Bedlington, Northumberland; † 15. Oktober 1889 möglicherweise in Clewer Park, Windsor) war von 1837 bis 1864 Erster Chefingenieur der Great Western Railway und von 1865 bis 1889 deren Vorsitzender sowie britischer Parlamentsabgeordneter.
Geboren als Sohn eines Eisengießers übte er das Maschinenbauhandwerk in verschiedenen Gesellschaften aus, einschließlich einer Periode in Robert Stephensons Werkstatt. Im Alter von nur 21 Jahren wurde er von Isambard Kingdom Brunel bei der Great Western Railway eingestellt. Seine erste Zeit dort verbrachte er damit, die von Brunel beschaffte Sammlung unterschiedlicher Breitspur- Dampflokomotiven betriebsfähig zu halten. Ausgehend von der bewährten, von Stephenson gelieferten GWR-Klasse Star entwarf und baute er 1840 die GWR-Klasse Firefly, eine 1A1-Schnellzuglokomotive. In Vergleichsfahrten zeigte sich die dieser Serie zugehörige Ixion größerer Geschwindigkeiten fähig als ihre Normalspur-Wettbewerber. 1843 führte Gooch zudem eine neue, nach ihm benannte Lokomotivsteuerung ein.
Ab 1840 war Gooch auch verantwortlich für die Swindon Railway Works und 1846 für den Entwurf der ersten dort komplett gebauten Lokomotive, den Prototyp GREAT WESTERN der GWR-Klasse Iron Duke, eine 2A1-Maschine, die eine Geschwindigkeit von 70 mph (112 km/h) erreichte.
1865 zurückberufen zur Great Western als deren Vorsitzender, rettete Gooch die Gesellschaft vor dem Bankrott und widmete sein Augenmerk speziell dem Bau des Severn Tunnel. Das englische Breitspur-Bahnsystem erfuhr erst nach Goochs Tod seinen Niedergang. Gooch war 1865/66 auch an der erfolgreichen Verlegung des ersten Transatlantikkabels mit der Great Eastern beteiligt und wurde Chefingenieur und später Vorsitzender der Telegraph Construction Company.
Gooch heiratete 1838 Margaret Tanner und nach deren Tod 1868 im Jahre 1870 Emily Burder; die ihrerseits 1901 starb. Goochs Brüder John Viret Gooch, Thomas Longridge Gooch und William Frederick Gooch waren ebenfalls Eisenbahningenieure. Gooch war von 1865 bis 1885 Abgeordneter der Conservative Party im House of Commons für Cricklade und wurde 1866 in Anerkennung seiner Verdienste bei der Übersee-Kabelverlegung zum Baronet ernannt. Ab 1859 lebte er in Clewer Park in Windsor.

Andreas Lorenz (CDU)

Andreas Lorenz (* 21. Dezember 1937 in Granschütz) ist ein deutscher Politiker der CDU.

Andreas Lorenz legte 1955 sein Abitur ab. Von 1955 bis 1956 belegte er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Leipzig, dann bis 1968 der Chemie an der RWTH Aachen. Hier promovierte er zum Diplom-Chemiker (Dr. rer. nat.). Im Anschluss arbeitete er als wissenschaftlicher Beamter. Danach war er öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Brennstoffe, Kraftstoffe und Schmiermittel bei der IHK Aachen. Des Weiteren fungierte er als Lehrbeauftragter für Brennstoffchemie an der RWTH Aachen.
Andreas Lorenz ist seit 1961 Mitglied der CDU. Von 1975 bis 1998 war er Mitglied des Rates der Stadt Aachen.
Er war vom 31. Mai 1990 bis zum 1. Juni 2000 Mitglied des 11. Landtags von Nordrhein-Westfalen, in den er über die Landesliste einzog, und direkt gewähltes Mitglied des 12. Landtags für den Wahlkreis 001 Aachen I.
Im Jahr 2004 wurde Andreas Lorenz mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Vallentuna (Gemeinde)

Vallentuna ist eine Gemeinde (schwedisch kommun) in der schwedischen Provinz Stockholms län und der historischen Provinz Uppland. Der Hauptort der Gemeinde ist Vallentuna.

Die Gemeinde liegt etwa 25 km nördlich von Stockholm und stellt eine Mischung aus Wald- und Ackerflächen dar, die durch kleine Gewässer und Siedlungen unterbrochen wird. Hier werden auffällig viele Pferde gehalten, so dass jeder zwanzigste „Einwohner“ ein Pferd ist.
Bei der Verwaltungsreform von 1952 wurden die hier befindlichen 8 Kirchengemeinden (socken) zu den Gemeinden Vallentuna und Össeby zusammengefasst. Bei einer weiteren Reform von 1971 vereinigte man diese beiden Gemeinden.
Die Wirtschaft der Gemeinde zeichnet sich durch eine große Anzahl kleinerer und mittelgroßer Betriebe aus. In touristischer Hinsicht setzt Vallentuna auf sportliche Aktivitäten, wie Reiten, Paddeln, Wandern und Golf, wofür es viele Möglichkeiten gibt.
Lange Zeit war die Roslagsbanan ein wichtiger Faktor für die Entwicklung der Gemeinde, da mit ihr Erzeugnisse der Region weitertransportiert wurden. Heute werden die Züge nur noch für den Personentransport eingesetzt.
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Johann Georg Doertenbach

Johann Georg Doertenbach (* 1795 in Calw; † 1870 ebenda) war ein Mitglied des Württembergischen Landtags.
Johann Georg Doertenbach betätigte sich als Unternehmer und als Politiker und war an der Gründung und dem Aufbau zahlreicher Unternehmen beteiligt. Darunter waren das Bankhaus Doertenbach in Stuttgart, die Maschinenfabrik Esslingen, Doertenbach und Schauber, ein Vorgängerunternehmen der Calwer Decken- und Tuchfabriken, die Holzhandlung Stälin und Co., die sich später zu Mohr und Federhaff in Mannheim weiterentwickelte, und P. Cavallo & Cie.
Johann Georg Doertenbach war von 1829 bis 1856 Nachfolger seines Schwiegervaters Christian Jakob Zahn im Württembergischen Landtag und 1867 bis 1870 Vorsitzende der Handels- und Gewerbekammer Calw, die er 1865 gegründet hatte. Aus der Ehe mit Eugenie Luise Zahn ging die Tochter Luise Friederike (1827–1900) hervor. Sie heiratete den Calwer Kaufmann Christoph Ludwig Friedrich Federhaff. 1848/49 war Doertenbach Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.
Doertenbach setzte sich für den Aufbau einer gewerblichen Fortbildungsschule in Calw ein und trieb den Eisenbahnbau sowie den Ausbau der Straße zwischen Calw und Pforzheim voran. Seine zahlreichen Stiftungen, etwa für das Krankenhaus und die Stadtkirche in Calw, dankten ihm seine Mitbürger mit einem Ehrenpokal, der sich heute im Palais Vischer befindet. Nach Johann Georg Doertenbach ist die Johann-Georg-Doertenbach-Schule in Calw benannt.